Hintergrundinformationen zu CDM-Projektablauf

PIN - Vorprüfung der Projektidee
Im Vorfeld sollte eine Vorprüfung der Projektidee stattfinden und eine Kurzdokumentation (PIN - Project Idea Note) erstellt werden. PIN enthält die wichtigsten Projektinformationen, eine erste Machbarkeitsanalyse und eine erste Einschätzung der zu erwartenden Emissionsminderung. Ziel dieser Vorprüfung ist es, Machbarkeit und Genehmigungsfähigkeit des Projektes mit geringem Aufwand früh festzustellen.

PDD – Genehmigungsantrag
Das Project Design Document (PDD) ist das zentrale Dokument im Genehmigungsantragsverfahren für Emissionsminderungsprojekte. Neben der allgemeinen Beschreibung des Projektes enthält das PDD Informationen über die verwendeten CDM-Methoden, die erwartete Emissionsminderung sowie den Nachweis der Zusätzlichkeit und den Monitoring-Plan.

Die Emissionsreduktion wird als Differenz zwischen einem hypothetischen Referenzszenario (Baseline-Szenario = Emissionsentwicklung ohne Reduktionsmaßnahme) und der Projektemission berechnet. Bei der Erstellung des Baseline-Szenarios und des Monitoring-Plans müssen von dem CDM-Executive Board genehmigte Methoden verwendet werden.

Zustimmung der Partnerstaaten
CDM-Projekte müssen grundsätzlich auf der Basis des PDD von der zuständigen Behörde (Designated National Authority, DNA) sowohl des Gastgeberlandes als auch des Investorlandes in einem "Letter of Approval" (LoA) genehmigt werden. Allerdings können CDM-Projekte bei dem CDM-Executive Board registriert werden, auch wenn noch kein LoA des beteiligten Industrielandes (Investorland) vorliegt. Die Zustimmung des Investorlandes muss spätestens bis zur Ausschüttung der Emissionszertifikate (Certified Emission Reductions - CERs) eingeholt werden.

Validierung
Das PDD muss bei einer unabhängigen, vom CDM-Executive Board akkreditierten Prüfungsinstitution (Designated Operational Entity, DOE) zur Validierung vorgelegt werden. Dabei werden die zur Bestimmung der Baseline verwendeten Methoden, die Berechnung der Emissionsreduktion, die Zusätzlichkeit und der Monitoring-Plan überprüft. Während des Validierungsprozesses wird das PDD für 30 Tage auf der UNFCCC-Webseite zur Kommentierung veröffentlicht. Das Verfahren entspricht der Determinierung von JI-Projekten.

Registrierung
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Validierungsprozesses legt die DOE das Projekt bei dem CDM-Executive Board zur Registrierung vor. Das CDM-Executive Board entscheidet, ob das Projekt als CDM-Projekt registriert werden kann oder Korrekturen notwendig sind.

Monitoring
Die Projektumsetzung und die dabei anfallenden Emissionen sind gemäß dem im PDD festgelegten Monitoring-Plan zu überwachen. Anhand dieser Daten werden in regelmäßigen Abständen (meistens jährlich) Monitoringberichte angefertigt. Darin werden die tatsächlich erzielten Emissionsminderungen nachgewiesen.

Verifizierung
Der Monitoringbericht muss bei einer unabhängigen Institution (Designated Operational Entity, DOE) zur Verifizierung vorgelegt werden. Die Verifizierung darf in den meisten Fällen nicht von derselben Institution durchgeführt werden, die bereits das PDD validiert hat. Die Verifizierung soll die in einem bestimmten Zeitraum erreichte Emissionsminderung bestätigen. Außerdem wird geprüft, ob die Überwachung des Projektes gemäß Monitoring-Plan erfolgt ist.

Zertifikatausgabe
Nach Überprüfung werden die Emissionsreduktionszertifikate (CERs) von dem CDM-Executive Board ausgestellt. 2% der generierten CERs werden vom CDM-Executive Board einbehalten und einem Fonds zugeführt. Damit werden die vom Klimawandel am meisten betroffenen Länder bei ihren Bemühungen um den Klimaschutz unterstützt.

Vermarktung
Die Vermarktung von CERs kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Sie können auf unternehmerischer Ebene innerhalb der Emissionshandelssysteme gehandelt werden. Die EU Linking Directive beispielsweise regelt als Verbindungsrichtlinie die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Europäischen Emissionshandel. In Deutschland findet die Regelung im Rahmen des Projekt-Mechanismen-Gesetzes (ProMechG) statt.
Eine weitere Möglichkeit ist das Reservieren von CERs, da sie über längere Zeiträume – auch periodenüberschreitend – anwendbar sind.